Blogartikel Untertitel engebrannt eingebettet

Untertitel in Onlinevideos – Einbrennen oder Einbetten?

Unterschied von eingebrannten- und eingebetteten Untertitel

Für Webvideos gibt es zwei Varianten die Videos mit Untertitel zu versehen. Erstens: Einbrennen. Das heisst die Untertitel sind immer Teil des Videos und lassen sich nicht mehr entfernen oder ändern. Oder zweitens: Einbetten. Hierbei wird dem Video auf der jeweiligen Plattform eine Untertitel-Datei zugewiesen. Diese Datei wird von der Plattform eingelesen und wird zum Video angezeigt.

 

Warum Untertitel in Webvideos?

Untertitel in Webvideos sind in den meisten Fällen ein Muss. Ein grosser Teil der Rezipienten konsumieren die Videos auf mobilen Geräten und haben den Ton ausgestellt. Daher ist es wichtig, die Botschaft auch mit Text zu transportieren. Facebook- und Instagramvideos sind standardmäßig im Autoplay stumm geschaltet und können mit einem Klick auf den Inhalt auf laut geschaltet werden. Zudem verstehen in der Schweiz nicht alle Leute schweizerdeutsch und sind daher auf Deutsche Untertitel angewiesen. Auch können mit anderssprachigen Untertitel eine grössere Zielgruppe angesprochen werden, indem man in die gewünschte Sprache übersetzt. Für Leute mit Behinderungen sind Untertitel oft die einzige Möglichkeit ein Video überhaupt geniessen zu können.

In einem zweiten Teil von meiner Untertitel-Serie, gehe ich auf die von mir empfohlenen Formate für die gängigsten Plattformen und die verwendeten Programme ein.

Beispiel eines Videos mit eingebrannten Untertiteln. Hier schön zu sehen, wenn nicht manuell die Untertitel nach oben verschoben worden wären, würden sie die Bauchbinde verdecken.

Vor- und Nachteile eingebrannte Untertitel

Vorteile:

  • Die Untertitel werden immer und Plattform unabhängig angezeigt. Egal ob Youtube, Facebook, Instagram, Linkedin usw. die Untertitel sehen immer gleich aus und werden zuverlässig angezeigt.
  • Keine zusätzliche Arbeit für ihr Unternehmen: Wenn die Untertitel vom Video-Produzenten eingebrannt werden, ist für sie die Arbeit erledigt, sie binden das Video auf den gewünschten Plattformen ein und sind good to go.
  • Das Design der Untertitel lässt sich beeinflussen. Da die Untertitel meist im Schnittprogramm des Video-Produzenten eingepflegt werden, ist das Design der Untertitel frei zu gestalten. So sind z.B. schwarze Schrift auf weissen Balken möglich oder halbtransparente Hintergründe. Ausserdem lässt sich die Ausrichtung und Position der Untertitel frei wählen. Speziell fällt dies ins Gewicht, wenn Bauchbinden eingeblendet werden. Dann ist der Produzent des Videos in der Lage diesen einen Untertitel so zu positionieren, dass sich der Text problemlos lesen lässt. Natürlich kann ein eingebrannter Untertitel auch ein Designelement des Videos werden. Mittels After-Effects lassen sich Untertitel beliebig animieren und positionieren.

Nachteile:

  • Die Untertitel sind nicht abschaltbar. Das heisst, auch wenn der Rezipient die gesprochene Sprache versteht, ist er nicht in der Lage die Untertitel auszuschalten und sind dementsprechend eher im Weg als nützlich. sie alle kennen das aus dem Kino, auch wenn man die gesprochene Sprache problemlos versteht, die Untertitel lesen wir trotzdem.
  • Nur eine Sprache pro Video: Falls das Video in verschiedenen Sprachregionen angezeigt werden soll, können nicht dynamisch andere Untertitel ausgewählt werden. Es muss für jede Sprache ein separates Video erstellt und auf die Plattformen geladen werden.
  • Eingebrannte Untertitel werden nicht von Suchmaschinen erfasst und sind somit nicht relevant für SEO.
  • Personen mit Sehbehinderungen haben keinen Vorteil von eingebrannten Untertitel, da sie keine Unterstützung von speziellen Programmen bekommen.
  • Untertitel werden mit dem Video skaliert: Falls sie auf einem Smartphone in der vertikalen einen Breitbild Inhalt ansehen, sind die Untertitel je nach Grösse kaum zu lesen, da sie immer die gleiche Grösse in Relation zum Bild haben. Wird das Video auf einem grösseren Bildschirm angesehen, werden die Untertitel entsprechend grösser und besser lesbar angezeigt. Das erfordert bei der Wahl der Grösse der Schrift der Untertitel immer einen Kompromiss.

Beispiel eines Youtube-Videos mit eingebetteten Untertiteln.

Vor- und Nachteile eingebettete Untertitel

Vorteile:

  • Die Untertitel werden entsprechend dem benutzten Gerät skaliert und immer lesbar angezeigt.
  • Untertitel können ein und ausgeblendet werden – vielfach erlauben Plattformen wie Youtube sogar eine automatische Erkennung der Sprache und erlauben die Einstellung für eine automatische Einblendung der entsprechenden Untertitel falls vorhanden. Falls also z.B. ein Zuschauer aus Frankreich auf ein deutsches Video zugreift und französische Untertitel vorhanden sind, werden ihm diese automatisch angezeigt. Diese Einstellung führt jedoch gerade in der Schweiz oft zu falschen Anzeigen, da wir in so einem kleinen Land oft für eine andere Sprachregion gehalten werden. Sie haben dies sicher schon bemerkt, wenn ihnen in Youtube auf einmal französisch- oder italienischsprachige Werbung angezeigt wird.
  • Bei Youtube können Untertitel auch von Zuschauern hinzugefügt werden

Nachteile:

  • Arbeiten mit verschiedenen Plattformen: Jede Plattform kann ein anderes Untertitelformat bevorzugen und es je nach dem auch fehlinterpretieren. Als Videoproduzent ist man der Plattform ausgeliefert und unterliegt entsprechend auch den z.T. willkürlichen Änderungen der Plattformen. Oft geht viel Zeit verloren, indem Fehler bei der Interpretation der Untertitel durch die Plattformen ausgebessert werden müssen. Zudem müssen die Untertitel für jede Plattform einzeln eingebettet werden. In einem zweiten Teil gehe ich auf die unterschiedlichen Plattformen und ihre Formate ein.
  • Keinerlei Möglichkeit die Untertitel zu stylen mit Abständen, Grösse, Schriftart.

Corporate Design und/oder Corporate Identity berücksichtigen?

Vielfach ist der Wunsch meiner Kunden, die Untertitel entsprechend den Corporate Identity und/oder Corporate Design anzupassen. Dies kann unter Umständen Sinn machen. Bedingung ist hierfür allerdings, dass die Untertitel eingebrannt werden (siehe oben). Grundsätzlich empfehle ich jedoch meinen Kunden bei den Untertiteln eine Ausnahme zu machen. Untertitel sind etwas sehr standardisiertes und werden selten mit dem Corporate Design in Verbindung gebracht. Auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel, aber ich bringe bei meinen Kunden immer das Beispiel, dass der Herr der Ringe auch nicht in der für den Film typischen, verschnörkelten Schrift untertitelt ist, sondern genau gleich wie die Matrix oder andere Filme.

Meine Empfehlung

Für die meisten Projekte empfehle ich die Untertitel einzubrennen. Für den Kunden ist es einfacher. Falls von Kundenseite schon grosse Erfahrung im Umgang mit verschiedenen Plattformen vorhanden ist, epfehle Ich die eingebettete Lösung. Es ist wie mit allen Filmprojekten, sie erfordern eine massgeschneiderte Lösung, um möglichst reibungslos zu funktionieren.

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